25.01.2014 Gleis-Ausbau kommt „Querschnittslähmung“ gleich
Rollt bald wieder mehr Güterverkehr durch die Weserstadt?

Schaumburger Zeitung / 25.1.2014

Rinteln

(dil) Der zweispurige Ausbau der Weserbahn scheint wieder stärker ins Kalkül gezogen zu werden (wir berichteten). In Rinteln wird das seit Jahren kritisch gesehen, die Lärmprobleme vor allem bei Güterzügen wären enorm. Die Stadt unterstützt bereits die Gegner dieses Ausbaus.

Nun setzt Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ortsratssitzung im März.

Rauch hat sich nach jüngsten Zeitungsberichten besorgt an die Verwaltung der Stadt wegen des erneut aus der Region Hannover geforderten Ausbaus der Bahnstrecke Elze-Löhne für den Güterfernverkehr gewandt. „Die Region Hannover und starke Kräfte in der Landespolitik“ drängen aus seiner Sicht darauf, zur Entlastung des Eisenbahnknotenpunktes Hannover die Bahnstrecke Elze-Löhne als Südumgehung für die Engstelle Hannover wieder zweigleisig auszubauen, zu elektrifizieren und vor allem für den Güterfernverkehr zu nutzen.

Rauch sieht zwar verkehrspolitisch die verstärkte Nutzung der Schiene auch grundsätzlich als sinnvoll an: „Aber eine derartig ausgebaute Bahnstrecke in der Ortschaft Rinteln mit ihrer Vielzahl von unmittelbaren Anwohnern ist für mich nicht vorstellbar!

Der Ortsbürgermeister weist darauf hin, dass neben eine Belastung der Anwohner auch eine der gesamten Stadtbevölkerung tritt: „Ein solcher Ausbau würde für Rinteln den Effekt einer faktischen Querschnittslähmung bedeuten, da nahezu sämtliche Nord-Süd-Verbindungen in der Ortschaft, die letztlich alle in Richtung der Weserbrücke führen, durch ein zu erwartendes „Dauerschließen“ der Schranken unterbrochen würden. Wer sich schon heute den Rückstau bei geschlossener Schranke an dem neuen Kreisel an der Tonkuhle ansieht und die zu erwartende Belastung durch zweispurigen Güterzug-Dauerverkehr in den Blick nimmt, weiß, wovon ich rede“, so Rauch. Er hat das Thema daher auf die Agenda der nächsten Sitzung des Ortsrats am 26. März genommen und die Verwaltung gebeten, Folgendes zu ermitteln: Wie viele Familien wohnen mit welcher Gesamtpersonenzahl auf unmittelbar an die Bahnlinie angrenzenden Grundstücken? Welche Querungsaufkommen haben die von der Bahnlinie betroffenen Straßen im Gebiet der Ortschaft? Welche Lärmgrenzwerte gelten für Eisenbahnlinien in Wohngebieten? Wie beurteilt die Verwaltung aus verkehrlicher Sicht eine solche Reaktivierung?

„Wir dürfen bei einer derartigen Gefahr nicht wie ein Kaninchen vor der Schlange abwarten, was anderswo verzapft wird, sondern müssen von vornherein unsere Position deutlich machen“, so Rauch.

Foto: tol
Der zweispurige Ausbau der Weserbahn-Trasse wird wieder stärker diskutiert. Nun soll sich der Ortsrat dazu in Stellung bringen.