30.04.2014 Gegen Nörgelei hilft Selbstkritik

Bürgermeisterkandidat Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) im Interview

Schaumburger Zeitung / 30.4.2014

Rinteln

An dieser Stelle gibt es keine Interviewfragen, sondern vorgegebene Begriffe, zu denen sich Rintelns Bürgermeisterkandidaten äußern. Heute antwortet Friedrich-Wilhelm Rauch. Er ist der Kandidat der CDU.

Glück

Meines Erachtens gibt es keine allgemeingültige „Glücksformel“. Glück bleibt aus meiner Sicht ein Individualerlebnis. Aber Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, denen man oft im Alltag zu wenig Betrachtung schenkt.

Heimat

Die Heimat ist zunächst der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist; insoweit ist und bleibt meine Heimat Rinteln, wo ich herstamme und noch heute lebe. Für andere – etwa nach Rinteln der Liebe oder der Arbeit wegen Zugezogene – ist Heimat der Ort, wo sie heute leben. Egal ob durch Geburt oder Zuzug: Das Heimatgefühl verbindet Rinteln.

Frust

„Frust“ ist ja eher ein Jugendwort; mir liegen die vergleichbaren Begriffe der „Trauer“ oder des „Geknicktseins“ näher. Ich versuche, beides zu vermeiden oder wenigstens zu verarbeiten, da ich der Überzeugung bin, dass derartige Leidenschaften der Seele auch Schaden für den Leib mit sich bringen.

Respekt

Man muss die Menschen, die man überzeugen will, zuerst einmal respektieren. Wer von oben herab auf andere Menschen schaut, hat diesen Respekt nicht. Auch in allen anderen Lebensbereichen – vom Sport bis zu der eigenen Familie – ist Respekt vor dem anderen die Grundvoraussetzung menschlichen Zusammenlebens.

Wut

Wut oder Wutausbrüche sind ein Indiz dafür, dass man mit einer Lebenssituation mehr als unzufrieden ist. Wütend werden, das ist einfach. Aber wütend wird man das richtige Maß, den richtigen Zweck und das richtige Ziel nicht erreichen können. Wut macht blind.

Ärger

Wenn man sich ärgert, schadet man sich selbst. Ärger kann aber in einer Situation ein reinigendes Gewitter sein, nach dem es einem wieder besser geht. Ich stelle an mich selbst hohe Anforderungen und erwarte eher weniger von dritter Seite, um mir selbst Ärger zu ersparen - meistens klappt das ganz gut.

Ehrlichkeit

Mit dem Spruch „Ehrlich währt am längsten“ ist alles gesagt.

Unterhaltung

Der Begriff der Unterhaltung meint ja zunächst einmal die Kommunikation zwischen Menschen, ein Gespräch. Dieses ist gelungen, wenn man Gescheites hört und sagt. Das Gespräch tritt aber heute gegenüber allen Formen der Ablenkung vom Alltagsstress – beispielsweise Kabarett, Theater, Musical, Rockkonzerte, Fußball – zurück. Für mich ist beides wichtig, der Austausch mit mir bekannten oder gerade kennen gelernten Menschen ebenso wie der Besuch von Veranstaltungen und Feiern.

Mut

Ein kluger Mann hat einmal gesagt, dass man keine neuen Erdteile entdeckt, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren. Neues mit unbekanntem Ausgang auszuprobieren, ist mutig; unkalkulierbare Risiken sind aber nur waghalsig.

Stress

Stress ist auch so ein Modewort. Wer sich gestresst fühlt, sollte darüber nachdenken, ob er sein Leben anders organisieren kann oder gar auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Aber in der Tat: Jetzt, bei der Wahlvorbereitung, kann man schon in Stress geraten.

Zufriedenheit

Bedeutet für mich körperliche und seelische Ausgeglichenheit, die man als eine Optimalsituation immer anstreben muss. Manche Menschen machen sich durch übertriebene Forderungen selbst unzufrieden. Bevor man zu einem Nörgler wird, sollte man daher auch selbstkritisch über seine Maßstäbe nachdenken.

Rivalität

Auf der Rivalität zwischen Lebewesen beruht letztendlich die gesamte Evolution und letztlich auch der Fortschritt; sie lässt sich, wenn man keinen Stillstand möchte, nicht vermeiden. Bei aller Rivalität sollte man aber den Grundsatz des „Fair Play“ nicht aus den Augen verlieren. Das ist dann die Verbindung zu dem Stichwort „Respekt“ oben.

Foto: tol
Wer überzeugen, will muss auch Respekt zeigen: Bürgermeisterkandidat Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU).