23.05.2014 Schwächung der Gymnasien befürchtet

Bürgermeisterkandidat Rauch positioniert sich gegen eigene Oberstufe an IGS

Schaumburger Zeitung / 23.5.2014

Rinteln

(red) Die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rinteln solle nicht mit eigener Oberstufe in Konkurrenz zum bewährten Gymnasium Ernestinum und zum beruflichen Gymnasium der BBS treten. Das sagt der CDU-Bürgermeisterkandidat Friedrich-Wilhelm Rauch.

In Anbetracht der bis 2030 um bis zu 30 Prozent zurückgehenden Schülerzahlen, so Rauch, befürchtet er durch die Einrichtung einer weiteren Oberstufe in Rinteln eine Schwächung der Oberstufe des Gymnasiums Ernestinum und des beruflichen Gymnasiums der BBS, da diese ein breit gefächertes Wahlangebot nur bei etwa gleichbleibend hohen Schülerzahlen sicherstellen können, das dann aber nicht mehr gegeben wäre. „Grundsätzlich begrüße ich die Einrichtung der IGS. Sie entspricht dem Willen eines Teils der Elternschaft und erspart vielen Schülerinnen und Schülern aus Rinteln das Pendeln mit dem Bus“, so Rauch. „Eine Oberstufe an der IGS sehe ich jedoch kritisch: Rinteln hätte inklusive des beruflichen Gymnasiums der BBS dann drei Oberstufen im Angebot. Das ist bei schrumpfenden Schülerzahlen eine zu viel.“

Konkret befürchtet Rauch infolgedessen eine Reduzierung des Kursangebots der Oberstufe am Ernestinum und an der BBS, was Einschränkungen im Lehrangebot und im Hinblick auf die Berufswünsche der Schüler hätte. „Wer Physik studieren will, braucht einen Physik-Leistungskurs. Kommt ein solcher aufgrund zu geringer Schülerzahlen nicht zustande, kann dies erhebliche Nachteile für ein sich anschließendes Studium mitbringen“, ist Rauch überzeugt.

Statt für eine überschaubare Anzahl an Schülern eine eigene IGS-Oberstufe mit nur wenigen Wahlmöglichkeiten aufzubauen, sei es viel sinnvoller, dass die Oberstufenschüler ein paar Hundert Meter weiter das Ernestinum oder das berufliche Gymnasium besuchen und dort ein weit gefächertes Angebot in Anspruch nehmen können, meint er. Rauch gehe es vor allem darum, „Rinteln eine solide Bildungslandschaft zu erhalten und diese fortzuentwickeln“. Dabei sei es ihm ein besonderes Anliegen, das traditionsreiche, fast 200 Jahre alte Rintelner Gymnasium und das berufliche Gymnasium der BBS zu stärken, da diese Schulform bei den Eltern das größte Vertrauen und das höchste Ansehen genieße.

Foto: privat
Sieht die Einrichtung einer Oberstufe an der IGS in Konkurrenz zum Gymnasium: Friedrich-Wilhelm Rauch.