23.04.2014 Drei Kandidaten wollen Bürgermeister von Rinteln werden

Thomas Priemer, Friedrich-Wilhelm Rauch und Heinz Josef Weich stellen sich den Taubenberger Bürgern vor

Schaumburger Wochenblatt / 23.4.2014

Goldbeck

(ste) Es war der erste Termin, an dem alle drei Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 25. Mai zusammenkamen, um sich als Personen und ihre politischen Vorstellungen dem Taubenberg zu präsentieren. Eingeladen dazu hatte der Dorfgemeinschaftsverein Goldbeck, dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Budde bei magerer Resonanz seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass bei der Wahl mehr Bürgerinnen und Bürger Interesse zeigen. Thomas Priemer (SPD), Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) und Heinz Josef Weich (parteilos) stellten sich dann vor.

Heinz Josef Weich ist 63 Jahre und bewarb sich im Mai 2010 als Vorsitzender der Partei "Die Linke"; ohne Erfolg. Jetzt ist Weich, der ehemalige Mathe- und Physiklehrer und heutige freiberufliche Dozent für Lernförderung an der VHS Rinteln, parteilos und möchte mit dem Versprechen von Schuldenabbau, Kinder- und Jugendförderung, Stärkung von Ortsräten sowie Integrationsförderung Bürgermeister von Rinteln werden. Das möchte auch Friedrich-Wilhelm Rauch. Er ist 1960 geboren, Diplom-Ökonom und Unternehmensberater. Rauch ist tief verwurzelt in Rinteln und in Vereinen und Organisationen der Stadt aktiv. Als Ortsbürgermeister von Rinteln kennen ihn die Menschen. Seine erklärten Ziele sind mehr Transparenz in den Entscheidungen zu schaffen, Ortsteile und Vereine gleichberechtigt fördern, er wendet sich gegen den Ausbau der Bahnstrecke für mehr Güterzüge durch Rinteln und will "kurze Wege zu den Schulen". Ein besonderes Augenmerk legt er auf Wirtschaftsförderung. Thomas Priemer ist seit 2006 hauptamtlicher Bürgermeister des Auetals und hat somit bereits Erfahrung in der Führung einer Verwaltung. Der Diplomverwaltungswirt ist 1958 in Möllenbeck geboren und lebt in Rinteln. Auch er ist durch viele Vereinsaktivitäten, unter anderem im SC Rinteln, in der Stadt bestens bekannt. Politisch setzt er sich für den Dialog der Generationen ein, setzt auf Wachstum durch eine aktive Wirtschaftspolitik, will Schuldenabbau und ein "Rathaus im Dialog" mit den Bürgerinnen und Bürgern. Außerdem setzt er sich ein für ein familien- und kinderfreundliches Rinteln sowie die Vernetzung von Unternehmen und jungen Menschen.

Nach ihrer Vorstellung stellten sich die drei Kandidaten dann noch den Fragen des Publikums. Heinz Josef Weich sah dabei beispielsweise keine Probleme bei der Findung von Mehrheiten im Rat. Und auch sein fortgeschrittenes Alter sah er nicht als Hemmschuh für eine Kandidatur an. Friedrich-Wilhelm Rauch würde im Falle einer Wahl seinen guten Posten im Büro seiner Frau aufgeben: "Der wird dann neu besetzt und glauben Sie mir, es gibt keine Beziehungskrise bei uns!" Rinteln habe ihm bisher viel gegeben, jetzt sei es Zeit, etwas zurückzugeben. Seine Schwierigkeit: Bei den derzeitigen Verhältnissen im Rat mit 15 SPD-, elf CDU-, fünf WGS- und drei Grünen-Mitgliedern sind Mehrheiten schwer zu bekommen. Da hätte es Thomas Priemer einfacher. Der sieht in seiner Kandidatur für Rinteln die Chance auf neue Herausforderungen in seiner Heimatstadt und die Lebensbedingungen, die er selber sowie Freunde und Verwandte genießen, zu erhalten und zu verbessern. Und die Kandidaten positionierten sich auf Nachfrage auch zu Windkraftanlagen; immer schon ein Reizthema im Rat der Stadt. Friedrich-Wilhelm Rauch geht nicht davon aus, dass Anlagen kommen werden: "Und wenn, dann sehe ich in Goldbeck einen guten Standort für eine Bürgerwindanlage!" Davon könnten alle profitieren, die mitmachen. Thomas Priemer hat in seinem derzeitigen Wirkungsbereich sieben Anlagen. Er sieht die Lebensqualität eines jeden einzelnen höher an als die Erstellung von Anlagen, ist aber kein erklärter Gegner von Windkraft. Heinz Josef Weich will beim Bau von Windkraftanlagen die Bürger auf alle Fälle mit ins Boot holen, sieht jedoch in Rinteln Probleme wegen der besonderen Lage der Stadt.

Am 25. Mai ist Wahl. Wichtig dabei, darin sind sich alle Kandidaten einig, ist eine möglichst große Wahlbeteiligung: "Damit wirklich der Bürgermeister im Rathaus sitzt, den die Mehrheit der Menschen wollen!"

Foto: ste
Friedrich-Wilhelm Rauch ist Unternehmensberater und tief in der Stadt verwurzelt. Den Ortsbürgermeister kennt man und das ist sein Pfund.