11.06.2014 Fragwürdiges Demokratieverständnis?

LESERBRIEF von Olaf Dube zu: Leserbrief von Thomas Lambrecht "Wem nützt das?" vom 7. Juni SZ

Internetmeldung Olaf Dube / 11.6.2014

Rinteln

Herr Lamprecht irrt, wenn er behauptet, dass die Stichwahl aufgrund der Kandidatur von Heinz-Josef Weich nötig geworden ist. Sie wird durchgeführt, weil eine (wenn auch knappe) Mehrheit der Rintelner Wähler Herrn Priemer nicht als Bürgermeister haben wollte!

Im Übrigen zeugt es von einem fragwürdigen Demokratieverständnis, einem Einzelbewerber das Recht auf Kandidatur abzusprechen, nur damit sicher gestellt ist, dass der SPD-Bewerber es vermeintlich leichter hat zu gewinnen. Herr Lamprecht sollte einmal überlegen, welch eine Leistung dazu gehört, erst einmal 170 Unterschriften beizubringen, dann einen Wahlkampf allein, ohne (auch finanzielle) Unterstützung durch eine Parteiorganisation zu führen und schließlich mehr als die berühmten 5% aller Stimmen für sich zu gewinnen. Nebenbei hat Herr Weich in absoluten Zahlen mehr Wähler von sich überzeugen können als 11 der 14 Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion bei der Kommunalwahl 2011, darunter Frau Teigeler-Tegtmeier.

Was wollte Herr Lamprecht also mit seinem Brief sagen? Man könne Herrn Priemer ja auch so gegen das Gesetz zum Sieger erklären, weil nur sieben Stimmen gefehlt haben? Das würde gut zur SPD-Sicht, dass Bürgermeisterämter Erbhöfe sind, passen. 

Olaf Dube, Rinteln


SZ 7.6.2014 - Wem nützt das?
Zu: Bürgermeister-Stichwahl

Es war eine gute Entscheidung, am 25. Mai die Europawahl mit der Bürgermeisterwahl in Rinteln zusammenzulegen. Die Wahlbeteiligung war anständig; es wurden viele Tausend Euro für eine durchaus mögliche getrennte Bürgermeisterwahl eingespart.

Nunmehr müssen wir uns am 15. Juni wieder im Wahllokal einfinden, da Herrn Priemer lediglich sieben Stimmen zum Wahlsieg fehlten. Grund hierfür war die Kandidatur von Herrn Weich, der mit persönlichem aber auch finanziellem Einsatz die Chancen für Herrn Rauch, in die Stichwahl zu kommen, überhaupt erst ermöglicht hat. Über die Motive für Weichs Kandidatur kann man nur spekulieren. Etwas klarer würde man sehen, wenn Herr Weich Herrn Rauch in den nächsten Wochen auch offen unterstützen würde. Ob die Wahlkampfhilfe zwischen Herrn Rauch und Herrn Weich in beide Richtungen verlaufen ist, werden wir wohl nie erfahren.

Thomas Lamprecht, Rinteln