08.02.2014 Behördliche "Fallstricke" nehmen kontinuierlich zu
Baudezernent Reinhold Koch referiert bei der Senioren-Union / Delegation des Carneval Vereins unterhält die gäste

Schaumburger Wochenblatt / 8.2.2014

Rinteln

(km) Bei der ersten Zusammenkunft der Senioren-Union im neuen Jahr war im großen Saal des Hotels "Stadt Kassel" bald kein Stuhl mehr frei. Über 50 Besucher konnte Vorsitzender Dieter Edler begrüßen - darunter auch eine Delegation des Arbeitskreises Denkmalschutz, Ortsbürgermeister Friedrich Wilhelm Rauch und Ehrenbürgermeister Friedrich-Wilhelm Hoppe.

Zu Gast war der städtische Baudezernent a.D. Reinhold Koch, der mit diversen Ideen und Konzepten über die städtebauliche Weiterentwicklung Rintelns aufwartete. Generell, befand Koch, gebe es bei der Innenstadtentwicklung in Rinteln "durchaus noch Potenzial". Als wünschenswert äußerte Koch zum Beispiel eine Erweiterung der Baumaßnahmen am Alten Hafen - zum Beispiel den Ausbau der Weserpromenade bis zum Doktorsee.

Allerdings, so Koch, "können wir nicht nur die Innenstadt aufmöbeln". Für die Ortsteile gelten mittlerweile allerdings auch verschärfte Bedingungen: Einzelne Orte würden heute gar nicht mehr in einen Dorfentwicklungplan aufgenommen. Zudem sei ein Leerstands- und Baulückenkataster unabdingbar - was die Stadt Rinteln bereits vor geraumer Zeit angelegt habe. -

Koch, erst seit wenigen Monaten im Ruhestand, berichtete auch über seine letzten Erfahrungen im Amt - vor allem über die zunehmenden behördlichen "Fallstricke". Zum Beispiel bei der Planung der Stichstraße, die demnächst durch die Verbindung von der "Tonkuhle" und dem geplanten Kreisel an der Konrad-Adenauer-Straße für Entlastung in der Nordstadt sorgen soll.

Dort habe man etwa ein "Rückzugsgebiet für Eidechsen" einrichten müssen. Eigentlich müsste man, so Koch augenzwinkernd, dort auch Schilder aufstellen, "damit die Eidechsen wissen, wo sie hin müssen". Allgemein seien Genehmigungsverfahren heute immer schwieriger, denn: "Je weniger Geld es gibt, desto höher sind die Verwaltungsauflagen." Zahllose Gutachten etwa seien einfach nicht vermeidbar. Und je hochrangiger die Behörde, desto erheblicher die Schwierigkeiten bei Genehmigungsverfahren. Hätte man etwa mit der Bundesbahn verhandeln müssen, deren Gleise im Bereich der geplanten Stichstraße verlaufen, "dann wären wir mit der Planung immer noch nicht fertig." Nach dem Vortrag des Baudezernenten warteten die Gastgeber mit einem echten Kontrastprogramm auf: Eine Delegation des Rintelner Carneval Vereins sorgte mit Sketchen und Liedern für Stimmung. - Am nächsten Dienstag, dem 4. Februar, ist die Senioren-Union beim Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes dabei. Im Rahmen der Veranstaltung (ab 19 Uhr im Gewölbekeller des Ratskellers) sollen auch die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai vorgestellt werden. Festredner ist Ulf Thiele der Generalsekretär der niedersächsischen CDU.