03.05.2014 Kandidaten wollen den Handel in der Rintelner Innenstadt stärken

Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) und Thomas Priemer (SPD) stellen sich den Fragen des Stadtmarketingvereins

Schaumburger Wochenblatt / 3.5.2014

Rinteln

(ste) Für den Stadtmarketingverein „Pro Rinteln“ und seine Mitglieder ist es wichtig zu wissen, wie die Zeichen der Zeit nach der anstehenden Bürgermeisterwahl aussehen. Dazu hatte der Verein mit Friedrich-Wilhelm Rauch und Thomas Priemer zwei der drei Kandidaten in den Saal des Hotel „Stadt Kassel“ eingeladen und Simone Niebuhr hatte Fragen im Vorfeld aus den Reihen der Mitglieder gesammelt. Heinz Josef Weich, der parteilose Kandidat, hatte keine Einladung erhalten.

Pro-Rinteln-Vorsitzender Stefan Reineking ließ Rauch und Priemer erst einmal die Zeit für eine eigene Vorstellung. Die nutzten beide auch für ein erstes Statement, welche Schwerpunkte sie in ihrer künftigen Position sehen. Während Priemer mit einer vernünftigen Finanzplanung zur Entschuldung der Kommune und Schonung der innenstädtischen Bausubstanz zum Erhalt der Attraktivität der Altstadt punktete, legte Rauch mit einem Wirtschaftsprogramm, der Förderung dualer Studiengänge und seiner Fachkompetenz in der Prüfung städtischer Finanzen nach. Dann stellten sich beide den Fragen der Pro-Rinteln-Mitglieder. Im Bereich Touristik sah Rauch Rinteln mit dem Weserradweg gut aufgestellt und beteuerte: „Mit mir wird es keine zusätzliche Bettensteuer geben!“ Thomas Priemer sah Rinteln auf dem richtigen Weg vom touristischen Einzelkämpfer hin zu einem Partner in der Region. Auch er wandte sich gegen eine Bettensteuer.

Einig waren sich beide auch zur Frage der künftigen Nutzung des ehemaligen Braasgeländes. Der Handel in der Innenstadt fürchtet hier ein zweites Einkaufszentrum „Große Tonkuhle“, was kontraproduktiv für den Innenstadthandel wäre. „Klare Kante“ zeigte Friedrich-Wilhelm Rauch und auch Priemer meinte: „Das Einzelhandelskonzept mit dem Ausschluss innenstadtrelevanter Sortimente ist im B-Plan verankert und daran wird nicht gerüttelt!“

Einigkeit auch zur Frage, wie man eventuell einen Nahversorger in die Innenstadt bekommt. Auslagerung von Oberschule/IGS an die Burgfeldsweide, Nutzung der gewonnenen Innenstadtflächen für weitergehende Planungen.

Thomas Priemers Vision wurde von Friedrich-Wilhelm Rauch allerdings als geistige Urheberschaft der CDU im Rat gekennzeichnet. Er wollte die GS Süd aufgrund fehlender Inklusionsmöglichkeiten an den Kollegienplatz verlegt wissen und dann an der Schulstraße über neue Konzepte nachdenken. Wichtig für einen Nahversorger, darin herrschte wieder Einigkeit, seien originäre Parkplätze für einen solchen Markt.

Kostenfreies Parken in der Innenstadt bei besonderen Veranstaltungen konnten sich ebenfalls beide Kandidaten vorstellen. Eine generelle Kostenfreiheit für Parkflächen sei jedoch kritisch zu bewerten, da diese Plätze dann morgens schnell durch Mitarbeiter der Geschäfte belegt würden und nicht mehr für Kunden bereit ständen.

Dass Rinteln im gesamten Landkreis Schaumburg die wohl belebteste Innenstadt hat, auch dabei herrschte Einigkeit. Während Friedrich-Wilhelm Rauch die Qualität einiger Veranstaltungen allerdings als noch verbesserungsfähig ansah, wollte Thomas Priemer Rinteln noch mehr als Sportstadt in den Focus rücken: „Das Mountainbikerennen im letzten Jahr hat gezeigt, wie stark das Interesse der Menschen an einer solchen Veranstaltung ist.

Fazit aus der Vorstellung: Die Unterschiede der beiden Bürgermeisterkandidaten sind auf den ersten Blick nur marginal, wer am Ende also beim Wähler die besseren Karten haben wird, das entscheidet sich am 25. Mai.